Presseinformation
München, 30. Januar 2015


Wohnfläche – Strenge Anforderungen an „Terrasse“


Die Wohnfläche einer Wohnung bzw. eines Hauses, die u.a. bei Mieterhöhungen und Betriebskostenabrechnungen maßgeblich ist, wird nach den Bestimmungen der Wohnflächenverordnung (WoFlV) ermittelt.
Eine Abweichung der tatsächlichen, nach der Wohnflächenverordnung ermittelten Wohnfläche zu der im Mietvertrag vereinbarten Fläche von mehr als 10% stellt auch bei einem vermieteten Einfamilienhaus mit Garten einen Mangel dar, der den Mieter zur Mietminderung berechtigt (so bereits BGH, NJW 2010 S. 292).
Bei der Berechnung der Wohnfläche eines Hauses kann gem. § 2 Abs. 2 Nr. 2 WoFlV auch die Grundfläche einer sich im Freien befindlichen Terrasse zur Wohnfläche gerechnet werden; und zwar – abhängig von Lage und Nutzbarkeit - mit einem Viertel, maximal jedoch zur Hälfte (§ 4 Nr. 4 WoFlV). Voraussetzung ist jedoch, dass die Örtlichkeit die Anforderungen der Rechtsprechung an eine „Terrasse“ erfüllt, erläutert Rechtsanwalt Rudolf Stürzer, Vorsitzender HAUS + GRUND MÜNCHEN.
 
Dazu hat das LG Landau in einem neuen Urteil entschieden, dass eine Terrasse einen ebenerdigen Platz voraussetzt, der ausschließlich einem angrenzenden Wohnraum zugeordnet ist. Dieser muss mit einem festen Bodenbelag versehen und zum Aufstellen von Tischen und Stühlen geeignet sein. Eine Fläche, auf der lediglich Bruchsandsteinplatten mit unterschiedlichen Maßen lose verlegt und auch nicht fest verfugt sind und deren Fugen unterschiedliche Abstände von zwei bis fünf Zentimeter aufweisen, so dass Gras und Unkraut darin wächst, genügt daher nicht den Anforderungen an eine Terrasse und kann somit nicht zur Wohnfläche gerechnet werden (LG Landau, Urteil v. 21.10.2014, 1 S 67/14, WuM 2014 S. 740).