Presseinformation
München, 30. Januar 2015


Lärmstörung – Nicht jedes Geräusch berechtigt zur Mietminderung


Mängel der Mietsache können den Mieter zur Minderung der Miete berechtigten. Dies gilt jedoch nicht, wenn die dadurch verursachte Beeinträchtigung des Wohnwerts nur unerheblich ist (§ 536 Abs. 1 BGB).
Um eine solche unerhebliche Wohnwertbeeinträchtigung handelt es sich nach einem neuen Urteil des AG Hannover, wenn die vom Mieter zur Begründung der Mietminderung angeführten Geräusche der Heizungsanlage unter den einschlägigen technischen Grenzwerten liegen, erläutert Rechtsanwalt Rudolf Stürzer, Vorsitzender HAUS + GRUND MÜNCHEN.
Geräusche von haustechnischen Anlagen, z.B. Strömungsgeräusche der Heizung, Betriebsgeräusche von Gas- oder Ölbrennern und Betätigungsgeräusche bei Wasserentnahmen sind nach Auffassung des AG Hannover permanente Begleiter im Alltag des Lebens in einem Mehrfamilienhaus. Liegen die Geräusche unterhalb der sich aus der Tabelle 4 der DIN 4109 ergebenden Schallpegelhöchstwerte, müssen sie vom Mieter ohne Weiteres hingenommen werden, da diese Werte maßgeblich sind und nicht das subjektive Störungsempfinden des einzelnen Mieters (AG Hannover, Urteil v. 1.10.2014, 412 C 8478/13, GE 2014 S. 1592).