Presseinformation
München, 30. Januar 2015


Tierhaltung – Ein Hund genügt in 2,5 Zimmer-Wohnung


Enthält der Mietvertrag keine (wirksame) Vereinbarung über die Tierhaltung, ist nach der Rechtsprechung des BGH die Frage der Zulässigkeit der Tierhaltung im Einzelfall unter Abwägung der beiderseitigen Interessen zu entscheiden. Allerdings lässt sich diese umfassende Abwägung nicht allgemein, sondern nur im Einzelfall vornehmen, da die dabei zu berücksichtigenden Umstände so individuell und vielgestaltig sind, dass sich nach Auffassung des BGH jede schematische Lösung bietet, erläutert Rechtsanwalt Rudolf Stürzer, Vorsitzender HAUS + GRUND MÜNCHEN. Zu berücksichtigen sind dementsprechend insbesondere Art, Größe, Verhalten und Anzahl der Tiere; Art, Größe, Zustand und Lage der Wohnung sowie des Hauses, in dem sich die Wohnung befindet; Anzahl, persönliche Verhältnisse, namentlich Alter und berechtigte Interessen der Mitbewohner und der Nachbarn; Anzahl und Art anderer Tiere im Haus, bisherige Handhabung durch den Vermieter sowie besondere Bedürfnisse des Mieters (so BGH, Urteil v. 14.11.2007, VIII ZR 340/06, WuM 2008 S.23).
 
Dazu hat das Amtsgericht München in einem neuen Urteil entschieden, dass die Haltung mehrerer Hunde in einer 2,5 Zimmerwohnung mit 98 m² Wohnfläche nicht mehr dem vertragsgemäßen Mietgebrauch entspricht, so Rechtsanwalt Stürzer. Ohne eine entsprechende Regelung im Mietvertrag ist in diesem Fall lediglich die Haltung eines Hundes zulässig. Die Mieter mussten sich daher von vier der insgesamt fünf in der Wohnung gehaltenen Hunde trennen (AG München, Urteil v. 12.5.2014, 424 C 28654/13).