Presseinformation
München, 28. April 2010


Münchner Modernisierungsvereinbarung
Haus + Grund München und Mieterverein München unterstützen gemeinsam energetische Sanierung von Mietshäusern


Von den ca. 570.000 Mietwohnungen in München sind gerade mal ca. 100.000 Wohnungen energetisch vollständig saniert (z. B. Vollwärmeschutz, Dachfassade, Kellerdecke, Heizungsanlage), weitere ca. 120.000 teilweise (z. B. nur neue Fenster). Ca. 350.000 Wohnungen sind unsaniert - 150.000 davon sind neueren Baujahrs ohne Sanierungsbedarf, die restlichen ca. 200.000 Wohnungen, insbesondere aus den 50er bis 70er Jahren, können als sanierungsbedürftig gelten.
Diese eher dürftige Sanierungsquote bei den Münchner Wohnungen deckt sich mit unseren Erfahrungen: Einer stark und stetig steigenden Nachfrage nach Energieberatungen steht eine nur zögerliche Umsetzung der empfohlenen Maßnahmen gegenüber: Führen bei selbst genutzten Wohnungen und Häusern noch zwei von drei Beratungen zu einer Ausführung der empfohlenen Maßnahmen, sinkt diese Quote bei vermieteten Wohnungen auf unter 30 %.
Ursächlich hierfür sind nicht nur die Bedenken beider Parteien vor hohen Kosten - der Vermieter muss in Vorleistung treten; der Mieter soll anschließend eine höhere Miete bezahlen - sondern häufig auch die Unsicherheit auf beiden Seiten, was auf sie zukommt.
Stimmt der Mieter der Maßnahme zu oder behindert er die Bauarbeiten? Mindert er die Miete während der Bauzeit - wenn ja, wie viel? Zahlt er die anschließende Mieterhöhung? - fragen sich die Vermieter.
Mit welchen Beeinträchtigungen muss ich rechnen - wird meine Wohnung eine Baustelle? Wie lange dauert das Ganze? Wie hoch fällt die anschließende Mieterhöhung aus? - fragen sich die Mieter.

Die Münchner Modernisierungsvereinbarung, die der Haus- und Grundbesitzerverein München und der Mieterverein München auf Anregung des Bündnisses "München für Klimaschutz" gemeinsam erarbeitet haben, versteht sich als Verhandlungspapier, das den Parteien die Möglichkeit verschafft, vorab alle wichtigen Punkte abschließend zu regeln, die bei einer Modernisierung zu beachten sind. Sie können z. B. eine vom Gesetz abweichende Mieterhöhung vereinbaren, Betriebskosten-umlagen neu regeln, sich über eine Beschränkung bzw. den Ausschluss einer Mietminderung während der Bauzeit einigen, konkrete Vereinbarungen darüber treffen, wer den Aufwand bzw. die Kosten von Nebenarbeiten in der Wohnung des Mieters (z. B. Aus- und Einräumen, Reinigung) trägt. Hierzu können die Parteien den Text der Modernisierungsvereinbarung den individuellen Gegebenheiten und Wünschen anpassen.
Der Abschluss der Vereinbarung verschafft beiden Parteien Rechtssicherheit und nimmt ihnen Bedenken vor einem ungewissen Ablauf und den Folgen der Modernisierungsmaßnahme.
Das Muster der Münchner Modernisierungsvereinbarung zur energetischen Modernisierung kann hier herunter geladen werden.


Rechtsanwalt Rudolf Stürzer
Vorsitzender Haus + Grund München