Presseinformation
München, 28. April 2010


Die Folgen des langen und harten Winters
Hohe Nebenkostennachzahlungen und erhebliche Zunahme von Schimmelschäden in Wohnungen


Der lange und harte Winter hat seine Spuren hinterlassen. Nicht nur auf den Heizkostenabrechnungen, die häufig kräftige Nachzahlungen ausweisen werden, sondern auch an den Wänden zahlreicher Wohnungen in Form von ausgedehnten Schimmelschäden.
Die Durchschnittstemperaturen lagen wochenlang unter der Null Grad Grenze und damit erheblich unter dem langjährigen Mittelwert. Die Durchschnittstemperatur im Januar d. J. von Minus 3,7 Grad sorgte allein in diesem Monat von einem Mehrverbrauch an Heizenergie von 15 - 20 %. Die Heizkostenabrechnungen, die den Mietern bereits zugegangen sind oder in Kürze zugehen werden, werden häufig Nachzahlungen von mehreren Hundert Euro aufweisen - abhängig u. a. von der Höhe der geleisteten Vorauszahlungen und der Wärmeisolierung des Gebäudes.

Eine weitere Folge des harten Winters: Gegenüber den Vorjahren ist nach diesem Winter die Zahl der gemeldeten Schimmelschäden erheblich angestiegen. Betroffen sind auch Wohnungen, die seit Jahrzehnten vermietet sind und in denen diese Problematik bisher noch nicht aufgetreten ist. Die Dunkelziffer ist hoch, da viele Mieter den Schimmel selbst beseitigen in der Überzeugung, dass sie dafür selbst verantwortlich sind.
Genau dies ist der häufigste Streitpunkt, wenn der Mieter den Schimmel beim Vermieter anzeigt und ihn zur Beseitigung auffordert. Im Streitfall kann dann nur ein aufwändiges Sachverständigengutachten die Verantwortlichkeiten klären. Stellt der Gutachter bauliche Mängel fest (z. B. Undichtigkeiten, unzureichende Wärmedämmung, Kältebrücken etc.), muss der Hauseigentümer den Schaden beseitigen und auch eine evtl. Mietminderung akzeptieren.
Weist die Bausubstanz keine Mängel auf, ist regelmäßig ein unzureichendes Heiz- und Lüftungsverhalten des Mieters ursächlich. Gerade die extrem hohen Energiepreise - die Stadtwerke München haben die Gaspreise pünktlich zum Ende der Heizperiode am 1.4.2009 gesenkt - haben viele Mieter veranlasst, die Heizung auf ein gerade noch erträgliches Maß zurückzudrehen und möglichst wenig zu lüften, damit die teuere Energie nicht durch die Fenster entweicht. Dies führt jedoch dazu, dass Feuchtigkeit, die in jedem Raum entsteht (durch die Bewohner selbst, durch Duschen, Baden, Kochen, aber auch durch Pflanzen) nicht ausreichend abgeführt wird, von der kühlen Raumluft auch nur unzureichend aufgenommen werden kann und sich dann insbesondere in den Ecken von Außenwänden niederschlägt und hier zu einer - auch gesundheitsgefährdenden - Schimmelbildung führt. Die Beseitigungskosten, die der Mieter in diesem Fall selbst zu tragen hat, betragen erfahrungsgemäß ein Vielfaches dessen, was durch unzureichendes Heizen und Lüften der Wohnung eingespart wurde.


Rechtsanwalt Rudolf Stürzer
Vorsitzender Haus + Grund München